stereoplay Ausgabe 10/05
    Piano-Jazz
    Eugen Cicero
    Solo Piano

Hört man diese Aufnahme von Eugen Cicero, die 1978 bei den Debrecen Jazz Days entstanden und bis vor kurzem von einem Sammler unter Verschluss gehalten wurden, dann wundert man sich, warum er in den Annalen nicht neben Oscar Peterson genannt wird. Vielleicht weil der deutschrumänische Pianist zu traditionell, zu konventionell musizierte?

Ciceros Piano-Solo-Musik erhebt sicher nicht den Anspruch, innovativ zu klingen. Aber sie gehört zum Geschmackvollsten und Souveränsten was in diesem Genre veröffentlicht wurde.


R.Dombrowski
Source:  stereoplay 10/2005

Jazz thing Ausgabe 61
    Eugen Cicero
    Solo Piano

Wenn einer der europäische Oscar Peterson war, dann Eugen Cicero. Geboren in Rumänien, von 1962 an in München beheimatet, hatte er als Kind eine solide klassische Klavierausbildung genossen, war aber dann zum Jazz konvertiert und gehörte zu Lebzeiten zu den erfolgreichsten Künstlern des MPS-Labels.

Aufnahmen wie "Rokoko-Jazz" mit Charly Antolini an der Schießbude verkauften sich über eine Million Mal. Trotzdem gibt es von Cicero heute nur noch wenig im Repertoire des Fachschallplattenhandels. Umso erfreulicher ist die Veröffentlichung einer im September 1978 live entstandenen Solo-Konzertaufnahme, die unlängst in den Archiven eines Sammlers auftauchte.

Sie präsentiert den 1997 früh verstorbenen Pianisten mit einer wunderbar launigen, hochvirtuosen Zusammenstellung, die von Chopin-Improvisationen bis zu Standard-Klassikern wie "Sunny" reicht. Ciceros Witz und Geschmack bewahren ihn davor, in die Crossover-Clownerie abzudriften, und machen aus dem Abend ein musikalisches Erlebnis. Bemerkenswert.
R.Dombrowski
Source:  stereoplay 10/2005

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