Decebal Badila
 
    
Decebal Badila,
hat Eugen die letzten Jahre am Bass begleitet. Er erinnert sich:
    Mit Eugens Musik bin ich groß geworden. Bereits als Kind faszinierten mich seine Platten sowie die von Oscar Peterson und Sergio Mendes am meisten. Von dem Moment an, von dem ich Eugen zum ersten Mal gehört hatte - das war die Aufnahme des Benefiz-Konzerts in Westberlin für die Opfer des schweren Erdbebens in Bukarest im März 1977 - wollte ich mit ihm zusammen spielen. Das war für mich schon immer ein Traum.

    Erst 1991 lernte ich ihn dann durch einen gemeinsamen Freund hier in Deutschland auf der Frankfurter Musikmesse kennen. Wir spielten einen Jazzstandard zusammen. Später beim Kaffee trinken machte er sein Portemonnaie auf und teilte den Inhalt trotz meiner Proteste brüderlich mit mir. Diesen Vorfall hat er später allerdings vergessen. Im Laufe der Zeit habe ich mitbekommen, dass er das oft gemacht hat, um Menschen zu unterstützen. Bis zum nächsten Treffen dauerte es Jahre, aber Eugen rief mich oft an und erzählte mir unter anderem die neusten Witze aus Rumänien. Wir haben viel gelacht!

    1993 sahen wir uns in Bukarest. Eugen sollte dort mit seinem Trio spielen, aber er erfuhr erst einen Tag vorher, dass die beiden anderen Musiker nicht kommen würden. Da er nicht schon wieder ein Solokonzert spielen wollte, fragte er mich, ob ich ihn begleiten würde. Bei unserer einzigen Probe überhaupt war Eugen sehr überrascht, dass ich all seine Stücke und Arrangements sehr gut kannte, auch ohne Noten. Dort fragte er mich zum ersten Mal "Wo warst Du vor 15 Jahren? Warum habe ich Dich damals nicht schon gekannt?" Das fragte er mich fast jedes Mal nach unseren Konzerten.

    Für mich war die Zeit mit Eugen einmalig und unvergesslich. Wir hatten eine Menge Spaß auf unseren Tourneen! Ich habe die verschiedensten Schulen und Universitäten besucht, aber nirgendwo habe ich so viel über Musik, das Musikbusiness, die Kommunikation mit anderen Menschen und letztendlich über mich selbst gelernt, wie in der Zeit mit Eugen. Er war für mich bis zum heutigen Tag der beste Musikpartner und Freund, ja sogar eine Art Vater. Es ist bedauerlich, dass einige Menschen, die ihm nahe standen, nicht einmal seine Musik, geschweige denn ihn selbst, verstanden haben.

    Durch meine Lebenserfahrung mit Musik und Musikern als auch mit den unterschiedlichsten Musikstilistiken, angefangen mit der rumänischen und Gypsy-Folklore über Klassik, amerikanischen Jazz, Soul, Funk, Pop, HipHop, Rock bis zu indischer, afrikanischer und der wunderbaren brasilianischen Musik erkenne und sage ich uneingeschränkt, dass Eugen Cicero mit seiner "spielerischen" Art, Klavier zu spielen, seiner extremen Spontaneität in der Improvisation und seinem besonders guten Geschmack für Kompositionen und Arrangements absolut einmalig war und bleibt.

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