Thomas Heidepriem
 
   
       
Thomas Heidepriem,
war einer der vielen Bassisten, die mit Eugen in den späten 80-er Jahren gespielt hat. Er ist 1953 in Freiburg im Schwarzwald geboren und hat sich selbst Kontrabass und E-Bass beigebracht. Er ist einer der Autodidakten im Musikgeschäft, die gut davon leben können. Er ist heute Lehrer an der Musikhochschule Frankfurt und fest angestellt bei der Bigband des Hessischen Rundfunk. Im April 2005 haben wir Thomas Heidepriem endlich entdeckt. Er berichtet über seine Zeit mit Eugen:
    Ich habe 1990 völlig unerwartet einen Anruf von Eugen Cicero erhalten und er hat mich ganz zaghaft gefragt, ob ich ihn kenne und mit ihm spielen wolle. Natürlich kannte ich ihn schon seit Jahrzehnten, denn mein Vater hatte schon in meiner Kindheit Platten von ihm daheim gehört. Die hatten mir damals schon sehr gut gefallen.

    Eugen wirkte etwas verunsichert wegen seinem Image in der Öffentlichkeit, er spiele eben nur "Millionärsjazz". Aber für mich war seine Musik natürlich genial. Überhaupt ist er unter den Musikern immer sehr geachtet gewesen.

    Natürlich war er populärer als ein reiner Jazzmusiker, wenn ich das mal so sagen darf. Weil er die Klassik ebenso gut beherrschte, sahen viele ihn ihm ein Grenzgänger. Aber es waren mehr die Leute vom Musikgeschäft, die ihn manchmal nicht richtig "begreifen" konnten und deshalb etwas herablassend auf ihn reagierten.

    Paul Kuhn ist ja auch ein populärer Showman und zugleich ein Musiker, der auch hervorragenden Jazz spielen kann.

    Ich mochte ihn mehr als Jacques Loussier, der mir kammermusikalisch zu verhalten war. Eugen hatte einfach musikalische Power und spielte alles, was ein Jazzer können sollte.

    Er hat mich damals zu sich nachhause in die Schweiz eingeladen. Es war ein völlig entspanntes schönes Wochenende, an dem er mir fast sein ganzes Leben erzählt hat. Leider hatte er damals ziemlich starke Rückenschmerzen.

    Wir mußten die Stücke nur kurz anspielen, ich erkannte sofort seine musikalische Sprache und Struktur. Er wußte genau was er wollte, und man konnte sich auf ihn verlassen und seine Improvisationen waren immer sehr abwechslungsreich.

    Es waren für mich unvergeßliche Erlebnisse. Immerhin hatte ich Eugen als Jugendlicher zuhause gehört und jetzt stand ich auf einmal mit ihm auf der Bühne.

    Wir spielten einige Konzerte zusammen, z. B. in Nürnberg, Frankfurt und in Siegen.

    Aber auch mein Vater, der leider 1998 verstorben ist, kannte Eugen und mochte ihn sehr. Er hatte sich damals selbst das Klavierspielen beigebracht und hat seit den 50-er Jahren immer wieder mit vielen Jazzgrößen (wie Mangelsdorff usw.) gespielt. Es gibt bei MPS übrigens eine Aufnahme "Piano mal 4" mit Dieter Reith, Wolfgang Dauner, Ewald Heidepriem und Eugen Cicero.

    Für mich war die Zeit mit Eugen unvergeßlich und eine wertvolle musikalische Erfahrung, die ich nicht vermissen möchte. Eugen Cicero war ein großer Meister. Ein Klaviervirtuose, der super Jazz spielen konnte.

    Wer sich mehr für meine Arbeit interessiert, suche nach meinem Namen auf der Website der Radio Big Band des Hessischen Rundfunks.

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