| Tagesschau.de 29.03.2010 (20:00 Uhr) | ||
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Trauer um JazzmusikerPeter Herbolzheimer gestorben | ||
Bekannt durch viele Fernsehauftritte Der am 31. Dezember 1935 in Bukarest geborene Herbolzheimer ist dem breiten Publikum vor allem durch Auftritte in Fernsehsendungen wie "Bio's Bahnhof" und "ZDF Jazzclub" bekannt geworden. Mit seiner "Jazz-Gala", bei der er die damals bekanntesten amerikanischen Jazzkünstler begleitete und präsentierte, spielte der Absolvent des Nürnberger Konservatoriums in ganz Europa. Herbolzheimer galt als einer der profiliertesten Bigband-Leader Deutschlands. 1969 gründete er die Bigband "Rhythm Combination and Brass". 1977 initiierte er eine "Jazz Gala"-Tournee unter anderem mit Gary Burton und Clark Terry. Aus seiner Feder stammte auch die Musik für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 1972 in München. 1978 gewann er den Großen Deutschen Schallplattenpreis für die LP "Touch Down". 20 Jahre an der Spitze des Bundesjazzorchesters Als der Deutsche Musikrat 1987 das Bundesjazzorchester (BuJazzO) zur Spitzenförderung des Jazz-Nachwuchses gründete, gab es für die künstlerische Leitung keine Alternative zu Herbolzheimer: Er sei als lenkender Geist des BuJazzO ein Glücksfall gewesen, erklärte Krüger. 20 Jahre lang stand Herbolzheimer an der Spitze des Orchesters, bevor er 2007 die Leitung abgab. Nach Angaben des Musikrats ebnete er zahlreichen Künstlern den Weg, darunter Till Brönner, Roger Cicero, Peter Weniger oder Michael Wollny. Herbolzheimer, der zunächst Gitarre spielen lernte und mit 24 Jahren zur Posaune wechselte, erhielt für seine Verdienste unter anderem den Musikpreis der Stadt Frankfurt, den Großen Deutschen Schallplattenpreis, die Goldene Schallplatte und das Bundesverdienstkreuz am Bande. |
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| Hamburger Abendblatt 30.03.2010 | ||
Jazzmusiker Peter Herbolzheimer ist tot |
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| DCRS Online 30.03.2010 | ||
Jazz-Musiklegende starb im Alter von 74 Jahren |
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Der Jazz-Musiker und Posaunist prägte und beeinflusste die Jazzgeschichte. Peter Herbolzheimer wurde am 31. Dezember 1935 als Sohn eines Kaufmanns in der rumänischen Hauptstadt Bukarest geboren und kam bereits 16 Jahre später nach Deutschland. Er lernte Gitarre spielen, wechselte zur Posaune und gründete in den 1960er Jahren die Bigband "Rhythm Combination and Brass". Knapp 20 Jahre später war er musikalischer Leiter des Bundesjugend-Jazzorchesters. Die Einzugsmelodie bei den Olympischen Spielen von 1972 in München entstammte seinen Gedanken. Bekannt wurde der Musiker auch durch Auftritte in TV-Sendungen, wie "Bio's Bahnhof" oder "ZDF Jazzclub". Peter Herbolzheimer hatte vielen bekannten Künstlern den Weg geebnet, darunter auch Till Brönner, Roger Cicero oder Michael Wollny. (dcrs/fm) |
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| Schwäbische Zeitung 30.03.2010 | ||
Herbolzheimer Tod stimmt betroffen |
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Zuletzt war Herbolzheimer im Januar zu einer Arbeitsphase der European Jazz Academy zu einer Arbeitsphase hier in Trossingen gewesen. "Er war nicht nur eine wichtige Persönlichkeit des deutschen Musiklebens, es ist auch ein persönlicher Verlust für uns", sagt Roland Strom, Geschäftsführer der Bundesakademie. Er selbst habe Herbolzheimer seit 18 Jahren gekannt, seit er selbst in der Bundesakademie tätig ist. "Er gehörte hier schon zur Akademiefamilie." Darüber hinaus habe Herbolzheimer einmal gesagt, dass für ihn Trossingen schon fast so etwas wie ein zweites Zuhause sei. Über den plötzlichen Tod des Jazzstars sei man in Trossingen doch sehr überrascht. "Wir wussten zwar, dass er krank ist, dass es aber so schnell gehen würde, hat hier keiner gedacht." Trossingen habe Herbolzheimer seit Jahren alljährlich Bigband-Highlights beschert. Wie es nun damit weitergehe, müsse man erst einmal abwarten. "Wir werden sehen, ob es jemanden geben wird, der die European Jazz Academy weiterführt." Im Terminkalender der Bundesakademie für 2010 sei sie noch für diesen Mai gebucht. "Wir würden es sehr begrüßen, wenn sie auch weiterhin nach Trossingen kommen würde. Wir halten Tür und Tor geöffnet." |
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| Die Zeit 30.03.2010 | ||
Zum Tod von Peter HerbolzheimerGewichtig, aus der Armbeuge heraus | ||
Artikel siehe Tagesspiegel ... |
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| Tagesspiegel 30.03.2010 | ||
Zum Tod des Jazzmusikers Peter HerbolzheimerPeter Herbolzheimer: Big Boss | ||
Peter Herbolzheimer verströmte eine besonders lässige Form von Autorität, seine Bigband, die Rhythm Combination & Brass, war zu diesem Zeitpunkt die wahrscheinlich beste Fusion-Jazz-Formation des europäischen Kontinents. In Bio's Bahnhof, ausgestrahlt aus einem alten Bahndepot in Köln-Frechen, begleitete die buntscheckige Truppe von 1978 an Stars wie Sammy Davis Jr. oder Helen Schneider und half, eine aufregend neue Form von Live-Fernsehen zu etablieren. Peter Herbolzheimer, der am Samstag mit 74 Jahren in einem Kölner Krankenhaus gestorben ist, beherrschte die Kunst der Selbstironie. Er ließ sich gerne von Alfred Biolek als "Mampfred Bogart" verspotten und nannte sich auf Plattencovern "Fatman". Am letzten Tag des Jahres 1935 in Bukarest geboren, kam er 1951 nach Deutschland, machte sein Abitur in den USA und spielte als Posaunist in der Bigband von Bert Kaempfert. Den Tanzkapellenswing und Bebop der Nachkriegsära ließ Herbolzheimer endgültig hinter sich, als er 1969 seine Rhythm Combination & Brass gründete. Schon der Name signalisierte das umstürzlerische Programm: Mit zwei Keyboards, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Percussions war die Rhythmusgruppe genauso stark besetzt wie die achtköpfige Bläserformation. Das verschaffte der Band größere Durchschlagskraft, der Groove wurde wichtiger als das Strahlen der Trompeten. Zur Besetzung gehörten Virtuosen wie Kenny Wheeler, Herb Geller, Jiggs Whigham, Volker Kriegel und Sigi Schwab. Die Alben My Kind of Sunshine, The Catfish und Hip Walk setzten europäische Meilensteine für einen ins Reich von Rock und Psychedelia vorstoßenden Jazz. Herbolzheimer schrieb mit Dieter Reith und Jerry van Rooyen die Einzugsmusik für die Olympischen Spiele in München 1972, Udo Lindenbergs Panikorchester lieferte er die Bläsersätze. Doch genauso erfolgreich war er als Musikpädagoge. Von 1987 an leitete er zwanzig Jahre lang das damals neugegründete Bundesjazzorchester, eine Kaderschmiede, zu deren Schülern Till Brönner, Roger Cicero und Frank Castenier gehörten. Da bist du ja, so hieß das erste Album, das Manfred Krug nach seiner Ausreise aus der DDR aufnahm. Initiiert wurde es 1979 von Peter Herbolzheimer. Da singt Krug mit Caterina Valente ein grandioses Abschiedslied: "Ade" --Christian Schröder-- |
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