Willy Ketzer
 
19.März 2008 Thomas Blaser und Willy Ketzer in Singen
 
Willy Ketzer,
hat (neben Ringo Hirth) Eugen seit Ende der 80-er Jahre fast ständig als Drummer begleitet und mit ihm aber leider nur die WERSI CD aufgenommen.

Er berichtet:
    Eugen war ein genialer Musiker! Das ist keine Frage. Ich habe ihn Ende der 80-er Jahre kennengelernt. Wir hatten immer wieder Gigs und spielten bis zum Schluß zusammen. Wir wollten noch zusammen nach Japan. Ich stand voll auf seine Musik und sagte ihm "Eugen ich kann immer, wann Du willst". Er sagte dann "wenn Du kannst, kannst Du immer bei mir spielen"!

    Dann hat Pal Berkovics ein spezielles Trio zusammengestellt. Wir spielten zuerst mit Aladar Pege und dann mit Decebal Badila, aber auch mit Günther Lenz, z.B. bei der Funkausstellung in Berlin. Ich hatte natürlich auch meine eigene Band, spielte mit Paul Kuhn und konnte deshalb nie fest bei ihm einsteigen.

    Ich organisierte auch viele Auftritte für ihn, so wie das Konzert bei der Kölner Messe und im Subway in Köln, das vom WDR (sein letzter TV-Auftritt) aufgezeichnet wurde. Im Subway hat er sagenhaft gespielt, das war "high energy". Wir hatten nie geübt. Manchmal hat er Noten ausgeteilt, dann aber was völlig anderes gespielt, wir hatten dann einen großen Spaß. Er wollte frei spielen und wollte keinen der nur in die Noten guckt. Er hat oft mit einer unmöglichen Geschwindigkeit angefangen, das ging so rund, wenn Du das Tempo nicht spielen konntest, warst Du naß. Er hat sich dann tot gelacht, wenn das funktioniert hat. Er wollte eben, dass man ihm zuhört. Es war immer etwas besonderes für mich, mit Eugen Cicero zu spielen. Er war wahnsinnig gut.

    Wir waren einmal mit Aladar Pege für ein Mozart-Festival in Dortmund engagiert. Wir sind losgefahren und hatten uns in keinster Weise "mozart-mäßig" vorbereitet. Eugen sagte, wir machen das schon! Er war ruhig und zuversichtlich und liebte die Spannung vor dem Konzert. Wir spielten unser Programm "Chopin-Bach-Scarlatti-Jazz" und Eugen sagte, so hätte Mozart das auch gespielt oder so hätte das Mozart auch gefallen. Da Publikum war begeistert und wir hatten minutenlang "standing ovations". Die Leute waren sichtlich froh, dass endlich mal was anderes gespielt worden war. Eugen lächelte nur zufrieden in sich hinein. So war er!


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