Sven Olsen
 
  Sven Olsen  
Sven Olsen,
Jahrgang 1926. Ein typischer "Allrounder".
Er studierte an der legendären Folkwang-Schule in Essen Malerei und Grafik bei den Bauhaus-Künstlern Werner Graeff und Max Burchhartz. Im Anschluss daran wurde seine Stimme von einer bekannten Berliner Altistin ausgebildet, von Peter Frankenfeld entdeckt und weltweit ausgestrahlt. Als Impresario arbeitete er mit den verschiedensten Persönlichkeiten zusammen, unter anderem mit der Rockgruppe Karat, Robert Lembke, Prof. Heinz Haber und dem Pianisten Eugen Cicero. Für ihn hat Sven in den 70-er Jahren zahlreiche Konzerte organisiert und ihn hierbei auch begleitet.

Heute lebt er in Köln und bezeichnet sich als Anti-Bürokrat. Er hat vor drei Jahren seine Frau verloren, die das Schriftliche für ihn wunderbar geregelt hatte. Immer noch aktiv, bereitet er eine Ausstellung seiner Bilder in London vor. Er spricht von seinen Tagträumen als bildender Künstler.

Wir sprachen im Mai und August 2007 mit Sven Olsen :

    Eugen lernte ich Ende der 60-er Jahre in München kennen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich die künstlerische Leitung einer niederrheinischen Konzert-Direktion übernommen, war als Sänger bereits in den USA und Australien vertreten und habe für Eugen etliche Konzerte organisieren können.

    Wir waren viel zusammen unterwegs. Einer unserer Höhepunkte war ein Auftritt in der Alten Oper in Frankfurt. Ich leitete dort eine Veranstaltung für IBM mit Eugen Cicero am Piano und Gert Fröbe mit Christian Morgenstern Rezitationen.

    Wir haben tolle Sachen erlebt. Eugen hat einmal in einer Mühle in Norddeutschland nur für Musik-Pädagogen gespielt. Er spielte vorwiegend Werke von Chopin. Nach dem Konzert saßen wir noch zusammen. Plötzlich erschien eine Dame an unseren Tisch und überreichte Eugen eine langstielige Rose mit den Worten "heute Abend saß Frédéric Chopin persönlich am Flügel".

    Eugen hat mir einmal die von ihm unterschiedlich interpretierten Intervalle erklärt. Er machte oft Kurse mit klassischen Pianisten. Sie spielten ein klassisches Werk und Eugen setzte sich an den anderen Flügel und spielte das gleiche Stück, aber als Bossa Nova rhythmisiert. Das war einfach großartig!

    Nach einer längeren Reise, die ich mit ihm unternommen hatte, lud er mich mit meiner Frau Margot nach Bonn in ein Edelrestaurant ein. Auserlesene Weine ließ er in verstaubten Flaschen aus dem Keller holen. Wir saßen separat in einem Salon und er ließ eine ganze Reihe von Bediensteten um uns herumtanzen. Eugen Cicero als Zampano der Edelgastronomie. Auch darin war er ein großer Meister!

    Ein anderes Mal gab er ein Gastspiel auf dem Kreuzfahrtschiff MS-EUROPA. Der Kapitän bat ihn zu sich, um ihn für Eugen's Geschmck ein wenig zu penetrant darauf hinzuweisen, der Kapitän eines ganz besonderen Schiffes zu sein. Eugen erwiderte: "Herr Kapitän! Es ist richtig, sie sind der Kapitän dieses Schiffes. Auf allen Meeren fahren viele Schiffe. Auf vielen Schiffen fahren viele, viele Kapitäne, aber auf der ganzen Welt gibt es nur einen Eugen Cicero."

    Eugen konnte auch im Leben improvisieren. So habe ich ihn erwischt, wie er auf dem Hotelzimmer seine Socken wusch. Das war für mich die "Leichtigkeit des Seins".

    Eugen war immer selbstkritisch und sehr sensibel. Es blieb so nicht aus, dass er oft in Krisen kam. Einmal hatten wir einen Auftritt und er wollte nicht auf die Bühne. Er sagte: "Ich fühle mich diesem wunderbaren Instrument gegenüber nicht würdig genug!" Da war sein Selbstwertgefühl mal wieder ganz unten. Mit tausend Tricks habe ich ihn dann auf die Bühne geschoben und er gab dann Zugabe um Zugabe.

    Seine Sensibilität äußert sich auch in seinem feinen Anschlag und wunderbaren Klang wie Perlentöne und Traumakkorde. Er war ein Zauberer. Aus einer ganz kleinen Melodie konnte er ein riesiges Werk schaffen. Wenn sie einmal die Ungarische Rhapsodie von Eugen gespielt erleben und die Augen schließen, glauben sie, da spielen vier Hände.

    Ich habe ihn sehr gemocht. Ich habe ihn wie meinen eigenen Sohn empfunden und bewundert. Er sagte oft, am liebsten würde ich immer mit dir zusammen arbeiten. Leider ging diese Zeit viel zu schnell vorbei ... ich vermisse ihn sehr.

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