Werner Schmid
 
 
Werner Schmid,
lebt heute in Zürich. Wir trafen ihn am 22.09.2002 in einem Café, nur wenige Schritte von Eugen's ehemaliger Wohnung am Stadelhofer Platz. Er ist ein sehr agiler älterer Herr und voller Geschäftsideen. Wahrscheinlich ist er der einzige Freund, den Eugen Anfang der 60-er Jahre hatte. Er erzählt:
    Eugen war eine Wiedergeburt von Franz Liszt, davon bin ich überzeugt. Er hatte seinen Auftrag erfüllt und wird wiederkommen. Lassen wir uns überraschen.

    Leider weiß ich nicht mehr viel aus dieser Zeit. Ich habe selbst meine eigenen Platten weggeworfen Ich hebe grundsätzlich nichts auf. Ich habe kein Foto und keine Zeitungsnotiz, weder von mir noch von Eugen.

    Mit meinem zwei Geschwistern waren wir ein berühmtes Gesangsduo und hatten in Amerika sogar Auftritte zusammen mit Glenn Miller.

    Als ich 1960 von den USA zurückkam, habe ich für ZDF und ARD produziert. Unter anderem ist der "Goldene Schuß" von mir.

    Ich war bei einem Casting in München, entweder für Anatevka oder Hair, das weiß ich nicht mehr. Da hat mich jemand auf einen Pianisten in einer Bar aufmerksam gemacht. Der war wirklich genial. Es war Eugen. Leider war die Verständigung noch sehr schwierig, doch ich habe ihn dann zu meinen Terminen mit jungen Künstlern mitgenommen; die mußte dann Vorsingen und Eugen hat sie begleitet. Ich habe ihm den Klassik-Jazz Stil beigebracht.

    Danach gingen wir nach Zürich. Das kann schon 1962 gewesen sein. Meine Familie hatte das Hotel Restaurant "Kindli", dort spielten die großen Show-Orchester, wie Teddy Staufer und so weiter. Jeden Abend war dort High Life, dort wurde Eugen dann unser Hauspianist.

    Vermutlich war es 1963, da habe ich ihn im Goldenen Schuß vorgestellt, danach hat er viele Angebote bekommen. Eines davon war von dieser Plattenfirma in Süddeutschland. Ich hätte noch viel für ihn tun können, doch jetzt war er ja gebunden und unsere Wegen haben uns getrennt.

    Anfang der 80-er Jahre kam er wieder nach Zürich und ich habe ihn bei mir aufgenommen. Bei mir hat er dann Frau Meier-Hanka, seine zweite Lebensgefährtin kennengelernt, mit der ist er dann irgendwann mal zusammengezogen."

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